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Politik 03.11.2026 16:55 Andreas B 6 Aufrufe

Merz verspricht neue Millionen-Hilfe für die Ukraine – 200 Millionen Euro für den Winter

Berlin – Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Ukraine weitere finanzielle Unterstützung zugesagt. Bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Dienstag in Berlin kündigte Merz zusätzliche Winterhilfen in Höhe von 200 Millionen Euro an. Damit soll das Land angesichts der anhaltenden russischen Angriffe besser durch die kalte Jahreszeit kommen.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand vor allem die schwierige Lage der ukrainischen Energieversorgung. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges werden immer wieder wichtige Einrichtungen der Infrastruktur angegriffen. Besonders Kraftwerke und Stromnetze sind betroffen. Für die Bevölkerung bedeutet das häufig Stromausfälle, fehlende Heizungsmöglichkeiten und große Unsicherheit.

200 Millionen Euro für humanitäre Hilfe und Energieversorgung

Die angekündigten 200 Millionen Euro sollen vor allem der humanitären Unterstützung und der Sicherung der Energieversorgung zugutekommen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur stammen jeweils 100 Millionen Euro aus dem Haushalt des Auswärtigen Amtes und des Entwicklungsministeriums.

Allerdings ist das Geld noch nicht endgültig freigegeben. Das entsprechende Hilfspaket muss zunächst noch vom Bundestag gebilligt werden.

Für die Menschen in der Ukraine kommt die zusätzliche Unterstützung zu einem wichtigen Zeitpunkt. Der bevorstehende Winter stellt das Land erneut vor große Herausforderungen. Gerade in Regionen, in denen die Energieversorgung durch russische Angriffe beschädigt wurde, könnte die Versorgung der Bevölkerung schwierig werden.

Merz fordert mehr Unterstützung aus Europa

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz machte Merz außerdem deutlich, dass Deutschland die Ukraine weiterhin unterstützen werde. Gleichzeitig richtete er einen deutlichen Appell an die europäischen Partner.

„Alle Europäer tragen Verantwortung, nicht nur die Deutschen“, betonte der Bundeskanzler.

Nach seinen Angaben haben sich die NATO-Staaten für das Jahr 2026 auf eine militärische Unterstützung der Ukraine in Höhe von insgesamt 70 Milliarden Euro verständigt. Merz fordert, dass sich alle Partner an den vereinbarten Hilfen beteiligen.

Zudem kündigte er für den 19. November ein weiteres Treffen der sogenannten Koalition der Willigen in Berlin an. Dort sollen die Unterstützerstaaten darüber beraten, wie die Ukraine auch im Jahr 2027 unterstützt werden kann. Im Mittelpunkt dürfte dabei vor allem die militärische Hilfe stehen.

Selenskyj setzt auf weitere Unterstützung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nutzte seinen Besuch in Berlin, um mit Merz über die weitere Unterstützung seines Landes zu sprechen. Neben finanziellen Hilfen geht es dabei auch um die militärische Zusammenarbeit und die Sicherheitslage.

Für die Ukraine ist die Unterstützung ihrer europäischen Partner weiterhin von großer Bedeutung. Gleichzeitig laufen diplomatische Bemühungen, um eine mögliche Lösung des Krieges zu erreichen.

Merz zeigte sich allerdings skeptisch, was die tatsächliche Verhandlungsbereitschaft Russlands betrifft. Er machte deutlich, dass Gespräche über ein Kriegsende ernsthaft geführt werden müssten und nicht nur dazu dienen dürften, Zeit zu gewinnen.

Auch mit Blick auf mögliche Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA stellte der Kanzler klar, dass die Ukraine selbst an einem Verhandlungstisch vertreten sein müsse. Über die Zukunft des Landes könne schließlich nicht ohne die ukrainische Führung entschieden werden.

Unterstützung soll auch in Zukunft weitergehen

Mit den zusätzlichen 200 Millionen Euro setzt Deutschland seine Unterstützung für die Ukraine fort. Bereits Anfang Oktober hatte Merz bei einem Besuch in Kiew weitere Hilfen angekündigt. Damals ging es unter anderem um eine Milliarde Euro an militärischer Unterstützung sowie zusätzliche 350 Millionen Euro für den Energiesektor.

Die neuen Winterhilfen kommen nun hinzu. Wie sich die Lage in den kommenden Monaten entwickelt, bleibt angesichts der anhaltenden Angriffe und der schwierigen Versorgungssituation offen.

Fest steht jedoch: Die Ukraine wird auch im kommenden Winter auf internationale Unterstützung angewiesen sein. Mit seiner neuen Zusage macht Merz deutlich, dass Deutschland diese Hilfe fortsetzen will. Gleichzeitig bleibt die Frage, in welchem Umfang sich die übrigen europäischen Staaten künftig finanziell und militärisch beteiligen werden.
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